Leben in China

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Chongqing

China

Chongqing
ist die Heimatstadt von Sissy, (genau eigentlich
Hechuan, ein eingemeindeter Vorort) seit 1997 die größte Stadt der Welt, so groß wie Österreich und hat 32Mio. Einwohner.

Chongqing (chin. Ch'ung-ch'ing), auch Tschungking oder Chungching, ist eine Millionenstadt in der Volksrepublik China auf einer wie ein Komma geformten Halbinsel am Zusammenfluss von Jangtse und Jialing.

Das sagt Wikipedia zu Chonqing:

Sie stellt als Regierungsunmittelbare Stadt eine eigenständige Verwaltungseinheit mit 32,0 Millionen Einwohnern (2007) dar. Wenn ausschließlich die administrativen Stadtgrenzen herangezogen werden, ist Chongqing die größte Stadt der Welt. Die Fläche des Verwaltungsgebietes der Stadt ist mit 82.403 Quadratkilometern so groß wie der Staat Österreich (83.871 Quadratkilometer) und besteht überwiegend aus Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Wird das geographische Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Chongqing 4,3 Millionen Menschen. Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 7,7 Millionen Einwohner (2007).

Die Regierungsunmittelbare Stadt entstand am 14. März 1997 durch Abtrennung vom östlichen Teil der Provinz Sichuan und Eingemeindung der umliegenden Großregion. Die Stadt ist Industriezentrum, Verkehrsknoten und kultureller Mittelpunkt der Region mit Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen und Galerien. Generalkonsulate aus Großbritannien und Japan sowie Konsulate aus Dänemark, Kambodscha, Kanada und den Philippinen haben ihren Sitz in der Stadt.

In prähistorischen Zeiten war die Region in die Königreiche der Ba im Osten und der Shu im Westen unterteilt, die während der Shang-Dynastie (1600–1100 v. Chr.) miteinander verschmolzen. Chongqing war bereits 1000 v. Chr. Hauptstadt des Staates Ba, als König Yu, Bändiger der Fluten, hier eine Gemahlin fand. Ausgrabungen bei Sanxingdui in der Nähe von Chengdu legen nahe, dass die Ba-Shu-Gesellschaft auf Sklavenhaltung basierte und nicht nur eine hohe Entwicklungsstufe in der Metallverarbeitung erreichte, sondern auch durch eine bizarre Ästhetik hervorstach.
Dank neuer Anbaumethoden entwickelte sich der Osten Sichuans – das heutige Verwaltungsgebiet der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing – gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. zu einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region, und als die Qin-Armeen in das Land einfielen, fanden sie eine wirtschaftliche Basis vor, die ihnen 221 v. Chr. die Vereinigung des chinesischen Reiches ermöglichte.
Der heutige Name bedeutet so viel wie „Doppelte Feier“ und wurde Chongqing von seinem Bewohner Zhao Dun (chin. Zhào Du-n) verliehen, als dieser kurz nacheinander zum Prinzen von Gongzhou, so der frühere Name von Chongqing, ernannt wurde und dann 1189 als Guangzong (chin. Gua-ngzo-ng) den Thron des Kaisers der Song-Dynastie bestieg.

Schauplatz rivalisierender Machthaber
Die Stadt blickt auf eine lange Tradition als Festung gegen feindliche Invasoren zurück, wenngleich sie im 19. Jahrhundert zum Vertragshafen für Großbritannien und Japan ernannt wurde. Von 1242 bis 1278 hielten im 60 Kilometer nördlich von Chongqing gelegenen Hechuan die Streitkräfte der Song die mongolischen Heerscharen in Schach. Es war der längste ununterbrochene Feldzug auf chinesischem Boden.
1362 errichtete der Rebellenführer Ming Yuzhen (Yuan-Dynastie) das nur für kurze Zeit existierende Königreich Daxia in Chongqing. 1621 wurde dort das ebenfalls nur kurzlebige Königreich Daliang etabliert. 1891 wurde Chongqing der erste Inlandshafen in China, der für den Außenhandel geöffnet wurde.
1911 löste die chinesische Regierung mit ihrer Einmischung in den regionalen Eisenbahnbau landesweite Aufstände aus, die schließlich zum Sturz der Qing-Dynastie führten. In den folgenden vier Jahrzehnten („Kriegsherrenzeit“) kämpften rivalisierende Militärmachthaber um die lokale Vorherrschaft. Die von ihnen in der Region gegründeten nominell unabhängigen Staaten existierten bis ins Jahr 1955. Im Jahre 1929 erhielt Chongqing den Status einer selbständigen Stadt auf Provinzebene.

Provisorische Hauptstadt Chinas
1938 zog sich die Regierung unter Chiang Kai-shek (1887–1975) nach Chongqing zurück, nachdem sie von der japanischen Armee im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg aus Nanjing vertrieben worden war. Chongqing war während des Zweiten Weltkrieges die provisorische Hauptstadt Chinas.
Der nachfolgende Zustrom von Flüchtlingen und die Bombenangriffe stärkten die Moral nicht gerade. In Hongyan, einem Vorort Chongqings, etablierte sich am 12. August 1938 Chinas Kriegsregierung, eine unsichere Allianz zwischen Chiang Kai-sheks nationalistischer Kuomintang und Mao Zedongs (1893–1976) kommunistischer Partei.
Der Ort lag klugerweise abseits der Ziele der japanischen Bombenangriffe, die sich auf die Halbinsel konzentrierten. In Hongyan traf sich Mao im August 1945 mit dem US-Botschafter Patrick Hurley, um über die Rolle der Kommunisten in einer Nachkriegsregierung zu verhandeln.
Da jedoch Chiang auf eine Auflösung der Roten Armee drängte, kam es lediglich zu einer oberflächlichen Vereinbarung über politische Freiheit, die sich bereits kurze Zeit später als Makulatur erwies, als die USA die Stationierung von Kuomintang-Truppen in den kommunistischen Hochburgen aktiv unterstützten. Die Ereignisse um Hongyan führten 1946 zum erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs, der drei Jahre später mit der Niederlage der Kuomintang sein Ende fand.

Kommunistische Regierungszeit
Am 30. November 1949 eroberten die Kommunisten mit Chongqing den vorletzten Festlandsstützpunkt der Nationalisten (der letzte Festlandsstützpunkt Chengdu fiel am 10. Dezember 1949). Im Jahre 1954 wurde Chongqing mit der Provinz Sichuan vereint und erhielt den Status einer bezirksfreien Stadt (dijishi). Während der Kulturrevolution (1966–1976) gingen die Kommunisten mit brutaler Willkür vor und die Region machte schwere Zeiten durch.
Mitte der 1970er Jahre ging Sichuan völlig verarmt und landwirtschaftlich verwüstet aus dieser Periode hervor und war verständlicherweise die erste Provinz, die Mao Zedongs Ideale zu den Akten legte, als der Parteiführer Zhao Ziyang den Bauern erstmals erlaubte, ihre Erzeugnisse wieder auf dem freien Markt zu verkaufen. Damit bildete er die Speerspitze für die späteren Reformen von Deng Xiaoping, der ebenfalls aus Sichuan stammte. Die Reformen erwiesen sich als derart effektiv, dass sich die Provinz bereits in den 1990er Jahren als ernstzunehmender Konkurrent der Ostküstenwirtschaft behaupten konnte.
Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte Chongqing, das bereits stark industrialisierte Verbindungsglied am Jangtse zwischen Sichuan und Ostchina. 1983 erhielt die Stadt das Verwaltungsrecht für Wirtschaft auf Provinzebene und 1992 erklärte die Stadtverwaltung Chongqing zur ersten offenen Stadt am Jangtse. Chongqings ökonomisches Gewicht sicherte der Stadt in den folgenden Jahren einen Sonderstatus.
Am 14. März 1997 wurde auf Beschluss des Nationalen Volkskongresses der östliche Teil der Provinz Sichuan zur Regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing zusammengefasst und die Großstädte Wanxian und Fuling Chongqing angegliedert. Dabei entstand ein Verwaltungsgebiet von der Fläche des Staates Österreich, zugleich nach Einwohnerzahl administrativ gesehen die größte „Stadt“ der Welt.
Inzwischen schreitet die Entwicklung der Region immer weiter fort und bringt alle Probleme eines ausufernden Wachstums mit sich: erschreckende Luftverschmutzung, Umweltzerstörung und ein geradezu unglaubliches Ausmaß an Bautätigkeit. Heute leben die Menschen dicht gedrängt auf der Halbinsel und in den ständig wachsenden Vororten und Industriegebieten, die sich vom Fluss landeinwärts ausbreiten. Die Stadt ist die „Speerspitze“ der Entwicklung Westchinas. Viele der insgesamt circa 1,4 Millionen Menschen, die bis 2007 beim Bau des Drei-Schluchten-Damms umgesiedelt wurden, sind in Chongqing neu angesiedelt worden.

Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung von Chongqing
Zwischen 1949 und 1990 erlebte Chongqing ein rasantes Bevölkerungswachstum. So hat sich die Einwohnerzahl von einer Million auf drei Millionen verdreifacht. Durch die Einführung der Ein-Kind-Politik verlangsamte sich das Bevölkerungswachstum seit Anfang der 1990er Jahre.
Im geographischen Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) leben 4,3 Millionen Menschen (2007). Die Bevölkerungsdichte beträgt 2.925 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Die Metropolregion Chongqing hat 7,7 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 797 Einwohner pro Quadratkilometer. Im weiteren administrativen Stadtgebiet leben 32,0 Millionen Menschen (2007). Die Bevölkerungsdichte beträgt 389 Einwohner pro Quadratkilometer.


 
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